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Pfingstwanderfahrt bei Mirow 2016

Anne Czarnetzki, Sebastian Erfurt Dienstag, der 31. Mai 2016





Die diesjährige Pfingstwanderfahrt begann an einem Freitag, dem 13. Ähnlich den abergläubischen Erwartungen zu diesem Tag waren auch unsere Wetterprognosen eher düster. Unbeständig, vorwiegend bedeckt und vor allem windig sollte es werden. Für viele andere wäre das ein Grund gewesen, sich zu Hause auf der Couch ein paar ruhige Tage zu machen. Aber wir sind nun mal aus härterem Holz geschnitzt.

Während die ersten Ruderer am frühen Nachmittag Mirow erreichten, war es durchaus noch kurzärmlig auszuhalten. Einige quartierten sich gleich in der Herberge zur Heimat ein, die nur wenige hundert Meter vom Gelände des gastgebenden Rudervereins „Blau-Weiß“ Mirow e.V. entfernt an der Hauptstraße liegt. Diese Vorhut kümmerte sich auch gleich fleißig um die Aufstockung der Vorräte, den Kontakt zu den Mitgliedern des Mirower Rudervereins und um die vor-Ort-Planung des kommenden Rudererlebnisses. Außerdem wurde Ulrikes Zelt hinter der Bootshalle errichtet.

Bis zum Abend waren schon fast alle für den nächsten Tag eingeplanten Ruderfreunde da. Martin, Anne und Magdalena kamen spät im Dunkeln an, da erstens ihr Wohnwagen nur eine gewisse Geschwindigkeit zulässt, zweitens es für alle drei immerhin ein normaler Arbeitstag war und drittens das Navi sich mit der nicht ganz einfachen Zielangabe etwas schwer tat. Aber nachdem Martin den Wohnwagen perfekt auf dem kleinen Stellplatz abgestellt hatte, waren alle Strapazen schnell vergessen. In der Nacht kam dann auch Erwin an und versuchte, im Heck seines Kleinwagens zu schlafen. Vielleicht hätten ihm ein paar Yoga-Stunden vorher gut getan...

8:30 wurde zum Frühstück geblasen. Ulrike, unsere Fahrtenleiterin, teilte die Mannschaften für die zwei Vierer ein. Bei starkem Westwind und unruhiger See ließen wir zusammen mit ein paar Ruderern aus Hamburg unsere Boote zu Wasser.
In dem sehr breit gebauten Boot namens Schwentine nahmen Wolfram, Krümel, Erwin und Ingrid die Skulls in die Hand, während Ulrike steuerte. Das zweite Boot, die Deutschland, wurde von Christina, Anne, Renate und Felix mit Loch gefahren, da bei dem starken Seitenwind der Steuermann wichtiger war als die Ruderkraft. Martin blieb mit Magdalena an Land und erkundete mit ihr die nähere Umgebung.

Wir fuhren in nördlicher Richtung bei erstaunlich gutem Wetter. Oft kam die Sonne heraus, und in den Kanälen zwischen den Seen war es sogar windstill. Ohne uns groß zu verausgaben schafften wir es in passabler Zeit vom Mirower See über das Granzower Möschen, den Großen Kotzower See, Mössel, Leppinsee, Woterfitzsee, Caarpsee in den Bolter Kanal, der in die Müritz mündet. Diese Strecke ist heute als Alte Fahrt bekannt und war bis in die 1930er Jahre die einzige schiffbare Verbindung zwischen der Müritz und den Gewässern um Mirow auf dem Weg zur Havel. Heute ist die Fahrt an der alten verfallenen Schleuse im Bolter Kanal zu Ende, weshalb wir am dort errichteten Steg Rast machten.

Wer die Reiseberichte unserer Wanderfahrten kennt, weiß natürlich, daß es keine Wanderfahrt ist, wenn Christina ihren köstlichen Kassler nicht zur Mittagspause dabei hat. Dank Martin und Magdalena wartete eine große Portion für jeden bereits am Ufer. Bei Sonnenschein und akzeptablen Temperaturen ließen wir es uns dort gutgehen, bevor wir die Rückfahrt antraten.

Die Tierwelt ließ sich an diesem Tag nur erahnen. Zwar hörten wir unablässig die Rufe verschiedener im Schilf ansässiger Vögel, so zum Beispiel die Schilfrohrsänger, aber bekamen „nur“ ein paar Stockenten, Haubentaucher, Blässhühner und einen Fischreiher zu Gesicht.
Über die unkooperative Tierwelt trösteten uns - nach 28 gefahrenen Kilometern zurück am Bootshaus - die leckeren Kuchen von Renate und Wolfram hinweg.

Das besondere Highlight des Abendessens waren die von Ingrid mitgebrachten Saiblinge, die begeisterte Abnehmer fanden. Bei diversen Knabbereien und Getränken verbrachten wir den restlichen Abend im Gemeinschaftsraum des Rudervereins. Kurz nach 22 Uhr trafen auch Beate, Axel, Deliah und Anton im Bootshaus ein und wurden von allen noch wachen Anwesenden freudig begrüßt. Sie nutzen gerne die Möglichkeit, ihre Nachtlager im Gemeinschaftsraum aufzuschlagen.


Der Sonntagmorgen begann wie üblich mit dem Frühstück. Ulrikes ursprünglicher Plan, mit drei vollen Booten (zwei Vierer, ein Zweier) zum Schwarzer See zu fahren, wurde durch das zu erwartende Wetter und die damit einhergehende rauhe See sowie Wolframs Rückenbeschwerden etwas durchkreuzt und deshalb angepasst. So teilten sich Christina, Martin, Felix, Anton und Deliah die Deutschland, Ulrike, Renate, Axel, Krümel und Ingrid die Schwentine und Beate und Erwin einen Klinkerzweier namens Labus. Die Fahrt ging südwärts über den Zotzensee zum Vilzsee, an dessen östlichen Ende die Fleether Mühle unser Tagesziel darstellte. Die Fahrt war gerade für den ungesteuerten Zweier nicht einfach, da der stetige Westwind das Boot immer wieder auf den See hinaus drehte und fast permanent Steuerbord überziehen nötig war, um in Ufernähe zu bleiben.

An der Raststätte angekommen, begrüßten uns Anne, Magdalena und Wolfram, die diesmal den Landdienst übernahmen. Bald begann das Wetter, sich zu verschlechtern. Mehrere stürmische Regenschauer zogen über den Platz und zwangen uns, in der großen Halle Schutz zu suchen. Dort war es zwar angenehm, aber wir wollten trotzdem bald weiterrudern. In einer Regenpause machten wir die Boote wieder startklar und fuhren in Richtung Heimat. Im Kanal zum Zotzensee konnten wir einen Fischadler in den angrenzenden Bäumen ausmachen. Aber noch bevor der Zweier nahe genug herangerudert und die Kamera bereit gemacht war, schwang er sich in die Lüfte und zeigte dem Kamerateam nur noch die Kehrseite.

Der Wind hatte etwas nachgelassen, dafür überraschte uns kurz vor dem Kanal zum Mirower See noch ein kleiner Regen- und Graupelschauer. Für uns nur ein Grund mehr, noch verbissener den Heimathafen anzusteuern. Mit insgesamt 23 Kilometern war die Fahrt nicht so lang wie ursprünglich geplant, aber unter Berücksichtigung des Wetters genau richtig.

Nachdem die Boote an Land gebracht und die Kleidung aufgefrischt war, gab es wieder Kaffee und Kuchen, eine Entspannungspause und gegen Abend eine kurze Wanderung zum Strandhotel & Restaurant Mirow, wo Ulrike schon ein paar Tische für uns reserviert hatte. Mit freundlichem Personal, sehr guten Speisen und Getränken sowie einer grandiosen Aussicht auf den Mirower See hatten wir dort einen sehr schönen Abend. Dieser ging dann im Gemeinschaftsraum des Rudervereins noch in die Verlängerung.

Am Pfingstmontag blieb uns nur der Vormittag zum Rudern, schließlich wollten ja alle möglichst bis zum Abend wieder zu Hause sein. So blieb es bei einer Teilstrecke des Samstag-Programms.

Mit Beate und Axel im Zweier, Krümel, Erwin, Martin, Anne und Ingrid in der Deutschland und Renate, Anton, Deliah, Felix und Ulrike in der Schwentine hatten wir wieder eine kleine Armada zusammen. Ohne große Pause schafften wir es auf 19 Kilometer (bis zum Ende des Leppiner Sees und zurück) und waren kurz vor Eins wieder am Steg. Wir putzten die Boote, räumten unsere Zeltplätze und bepackten die Autos, so dass wir gegen viertel Drei unseren Gastgebern ade sagen konnten.


Vielen Dank unseren fleißigen Einkäufern, Tellerwäschern, Tischdeckern, Fischbeauftragten, Köchinnen und Bäckerinnen und natürlich an Ulrike für die gelungene Organisation.

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